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7. Februar 2018
von Frank Scharlau
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2017 Split bis Tirana

Eine sensationelle Strecke liegt vor uns: Wir fahren in diesem Jahr die südkroatische Küste entlang und weiter durch Montenegro bis nach Albanien.

Nach über 20 Flugreisen haben wir endlich die optimale Fahrradverpackung für unsere Touren gefunden: Wir demontieren die Vorderräder und die Pedalen, kleben die Vorderräder gegen den Fahrradrahmen und umwickeln das Ganze mit Stretch Folie. Leichte Schäden am Fahrrad sind dadurch nicht zu vermeiden, aber die ewigen Diskussionen am Flughafen und die Gefahr, dass die Räder doch einmal nicht mitgenommen werden, waren zum Schluss schon kein witziges Abenteuer mehr, sondern einfach nur ätzend. Somit fährt auf der Tour jetzt immer eine Rolle Stretch Folie und Klebeband mit und innerhalb von 30 Minuten verwandeln sich unsere Räder in eingestretchte Pakete.

 

Aus irgendeinem Grund hatte ich dieses Jahr 3 anstatt 2 Ersatzschläuche eingepackt. Den zusätzlichen Schlauch benötigen wir schon nach 5 km, als Sven abends auf dem Weg vom Flughafen Split zum Hotel in Split ein Schlagloch übersieht. Dabei bemerke ich, dass ich für mein Rad 2 und für Svens Rad nur einen Schlauch dabei habe. Aber was Sven nicht weiß, kann ihn nicht beunruhigen.

  

Wir finden ein schönes Hotel direkt an der Altstadt und bummeln bei immer noch großer Hitze durch die engen Gassen. Dem sehr sahnigen Eis in der Waffel vom ersten Straßenverkäufer, den wir sehen konnten, folgte ein gemütliches Abendessen auf dem historischen Marktplatz.

  

Unser erstes Tagesziel ist nach 100 km der kleine Ort Gradac. Wir werden die nächsten Tage bis nach Albanien immer auf der Fernstraße Nr. 8 bleiben. Alternativen gibt es keine: links fangen gleich die Berge an und rechts ist die Adria. Durch die küstennahen Berge ist es ein stetiges bergauf und -ab.

  

Die maximale Höhe auf dieser Tagesetappe ist 200 Meter, die für uns Alpenüberquerer eigentlich keine Herausforderung sein sollte. Durch das zumindest für mich ungewöhnlich heiße Wetter von über 30 Grad Celsius und die immer wieder kurzen knackigen Anstiege, bin ich kurz vor dem Tagesziel völlig platt. 5 Liter Flüssigkeit sind einfach zu wenig. Dank eines Powergetränks aus dem Triathlon Zauberpaket von Sven erreichen wir dann doch noch Gradac und feiern den ersten Tagesetappensieg direkt am Wasser sitzend mit tschechischem Bier. Zum Sonnenuntergang wird die gesamte Beleuchtung am Strand und in den Restaurants ausgeschaltet. Erst als wir bezahlen wollen merken wir, dass ein Stromausfall daran schuld ist und wir jetzt unser letztes Bargeld in Kuna zusammenkratzen müssen.

  

Wir hängen über Nacht unsere völlig durchgeschwitzten Klamotten und Fahrradschuhe auf dem großzügigen Balkon auf und wachen mitten in der Nacht von einem unglaublichen Wetterleuchten auf. Das Sommergewitter ist ein großartiges Schauspiel mit Blitz und Donner, das wir in vollen Zügen genießen. Dank der schon morgens über 30 Grad Lufttemperatur ist es dann keine Vollkatastrophe, dass wir mit klitschnassen Schuhen und Fahrradhose starten müssen. Nach dem kurzen, aber steilen Anstieg zurück zur Route Nr. 8 lässt der Schüttelfrost nach und nach weiteren 5 km fange ich schon wieder an zu schwitzen. Wir passieren den schmalen Zipfel, der zu Bosnien Herzegowina gehört, um nach wenigen Kilometern wieder in Kroatien zu sein. Auch die zweite Tagesetappe ist geprägt von vielen Anstiegen und als wir Dubrovnik schon sehen können, führt uns die Straße noch einmal gute 100 Meter in die Höhe. Wir nehmen das erste Hotel, das wir sehen können mit einem wunderschönen Blick in die Bucht.

  

Zur Altstadt laufen wir endlose Treppen runter und nehmen dann einen Bus. Die Altstadt von Dubrovnik ist wirklich beeindruckend. Wir streifen durch alle Nebengassen und genießen das Essen in einem der vielen Restaurants. Auf Empfehlung von Sven geht es mit Uber zurück zum Hotel. Eine rasante Fahrt allerdings ohne wesentliche Einsparungen.

  

Unser nächstes Tagesetappenziel ist Budva in Montenegro. Bis kurz hinter Dubrovnik gibt es eine Autobahn, die parallel zu unserer Route Nr. 8 verläuft und den Durchgangsverkehr übernimmt. Jetzt ist das Verkehrsaufkommen entsprechend größer und auch die LKWs fliegen an uns vorbei. Wir halten uns diszipliniert am rechten Straßenrand, hoffen, dass die LKW Fahrer nicht übermüdet sind und kommen unfallfrei zur Grenze nach Montenegro. Unser Versuch, die Fähre in der Bucht von Kotor mit kroatischen Kuna zu bezahlen, wird nur belächelt. Wir sind wieder im Euro Raum.

  

 

Déja vu: Kurz vor Budva geht es wieder steil bergauf. Mit mehreren Trinkstopps meistere ich die 500 Meter und wir rollen auf der anderen Seite des Hügels nach Downtown Budva. Der Ort scheint fast ausgebucht zu sein und wir ergattern noch ein Mini Doppelzimmer. Auf der Suche nach einem verträumten Restaurant am Strand landen wir zusammen mit Hunderten von Touristen in einer Art Erlebnispark am Strand: Restaurants, Spielhöllen, Live-Musik, Eisdielen, Riesenschaukeln und Cocktailbars wechseln sich über einen Kilometer am Strand ab. Budva ist nicht nur für Montenegro, sondern weit darüber hinaus der Ferienort für Jugendliche.

 

Auf geht es am nächsten Morgen in Richtung Albanien. Shkodra ist unser nächstes Ziel. Dank Google Maps finden wir die winzige Straße zu der Abkürzung, die uns über einen kleinen Bergrücken führt. Oben angekommen, gönnen wir uns als einzige Gäste in einem Restaurant mit einem atemberauenden Blick ins Tal einen riesigen Teller mit Nudeln, der uns wieder Kraft geben. Danach geht es gemütlich bis zur Grenze. Der erste Eindruck direkt nach der Grenze scheint alle Vorurteile zu bestätigen: Ein Rollstuhlfahrer und eine Familie laufen bettelnd zwischen den wartenden Autos entlang. Ein Eselskarren, gefolgt von Kühen und Hühnern, kommt uns entgegen.

 

Doch wir erleben danach ein anderes Albanien: Wir sehen viele Autos und davon fast die Hälfte Mercedes, BMW oder Audi. Shkodra ist eine pulsierende Stadt, in der wir für € 80,- inklusive Abendessen und Frühstück in einem 5-Sterne-Hotel mit viel Plüsch absteigen. Die Menschen, die wir bis zu unserer Abreise treffen, sind alle sehr freundlich und wir kommen mit vielen Albanern ins Gespräch.

  

Der letzte Tag soll uns nach Tirana zum Flughafen bringen. Die Etappe ist mit 80 km die kürzeste und zudem fast ohne Steigungen. Außerdem verschwindet die Sonne zum ersten Mal etwas hinter leichten Schleierwolken. So starten wir gutgelaunt bei 37 Grad Lufttemperatur. Aber nach 40 km stetigem, manchmal auch stärkerem Gegenwind sind wir nicht mehr so sicher, dass dies eine leichte Etappe wird. Wir machen eine Abstecher zur Adria nach Shengjin, einer Appartement Stadt mit herrlichem Strand. Nach einer kurzen Mittagspause geht es weiter auf der schönen Schnellstraße nach Tirana, die aber leider 30 km vor unserem Ziel zur Autobahn wird und wir quer durch die Pampa zur Parallelstraße fahren müssen. Statt 30 fahren wir jetzt 40 km und das auf den letzten 20 km auf unbefestigter Schotterpiste.

 

 

Eiskalte Cola, ein riesiges Eis und ein großer Swimmingpool belohnen uns im Airport Hotel. Ein üppiges 3-Gänge-Menü im Garten serviert bildet den genialen Abschluss unserer diesjährigen Tour durch 4 Länder.

  

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4. Mai 2017
von Frank Scharlau
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2016 Triest bis Split

Anreise:
In diesem Jahr kam Sven nach Hamburg, sodass wir gemeinsam mit den Fahrrädern ab Hamburg starten konnten. Sven kam pünktlich morgens am Flughafen an, durchlief seinen üblichen Hamburg-Aufenthalt mit Besuch von Freunden und Verwandten, Frühstück, Mittagessen und Kaffeetrinken, sodass wir am Nachmittag mit wenig Karenzzeit zum Flughafen radeln.


Zum ersten Mal fliegen wir mit Easy-Jet. Zum ersten Mal steht unsere Tour wirklich auf der Kippe: Trotz Anmeldung der Fahrräder ist Easy-Jet nicht gewillt, unsere Fahrräder ohne entsprechenden Fahrradkoffer mitzunehmen. Gespräche mit der Managerin, Telefonate mit London, aus dem EDEKA besorgte Kartons, schnell mit Klebeband um die Fahrräder gewickelt, alles umsonst. Letzte Hoffnung: Der Beschwerde-Desk. Ein Fünkchen Hoffnung keimt auf, als der Manager uns weitere Kartons anschleppte. Noch 35 Minuten bis zum Start, als wir endlich die Fahrräder zum Sperrgepäck Scanner schieben bzw. tragen können. Svens Fahrrad verliert schon die ersten Kartons und will nicht durch den Scanner. Der Mann mit dem Handscanner wird gesucht. Noch 25 Minuten bis zum Start. Endlich klappt auch das. Jetzt ist Boardingtime, aber die Personenkontrolle ist brechend voll. Die hasserfüllten Blicke stören uns nicht: Innerhalb von 30 Sekunden sind wir bis zur Kontrolle vorgedrungen und können ohne Wartezeit, allerdings klitschnass geschwitzt, ins Flugzeug einsteigen.
Überraschung in Venedig: Auch unsere Fahrradtaschen und Fahrräder haben es in den Flieger geschafft. Es ist nur eine kurze Fahrt von 25 Minuten vom Flughafen zum Bahnhof, aber der leichte Nieselregen scheint uns zu zeigen, dass es dieses Jahr keine leichte Etappe wird.
Gegen 23 Uhr treffen wir in Monfalcone, unserem diesjährigen Startpunkt nördlich von Triest, ein. Nach kurzer Orientierungslosigkeit finden wir uns Hotel vom letzten Jahr wieder.

1. Tag

Nach einem guten Frühstück geht es direkt an der Küste entlang nach Triest. Einen kurzen Stopp legen wir auf der Piazza Grande mit dem Rathaus und weiteren wunderschönen Palazzi ein.

Am Wasser entlang umfahren wir den wirklich steilen Hausberg von Triest, wobei wir kurzzeitig auf die Autobahn geraten und nach dem Tunnel gleich die nächste Abfahrt nehmen. Dann haben wir den Anstieg in die Bergkette von Slowenien vor uns. Slowenien begrüßt uns direkt an der Landesgrenze mit einem kurzen, aber kräftigen Regen.

Spannend ist die nächste Grenze nach Kroatien, die mit Natodraht gesichert ist: 3 Zöllner warten auf die im Stundentakt eintreffenden Autos und uns zwei Fahrradfahrer.

In der recht spärlich bewohnten Bergregion füllen wir unsere Wasservorräte bei einem Bauernhof auf und hätten fast die einzige Gaststätte übersehen, in der wir den nächsten Regenguss vorüberziehen lassen und uns ein leckeres Hühnchen mit Pasta gönnen.

Die letzten 20 km geht es fast nur noch bergab nach Rijeka. Für den ersten Tag hatten wir mit 110 km und über 1000 Höhenmetern schon einen guten Start hingelegt.
Rijeka, ganz im Norden Kroatiens an der Kvarner Bucht gelegen, ist eine schöne Stadt mit Fußgängerzonen und gerade im Sommer viel Tourismus. Dass wir für 2 Eisbecher 31 Euro bezahlen sollen, erstaunt uns doch etwas. Endlich begreifen wir, dass wir nach 3000 km aus der Eurozone raus sind und hier in Kuna bezahlen müssen.

2. Tag

Der zweite Tag führt uns immer entlang an der Steilküste zur Adria. Gleich beim Start aus Rijeka haben wir die ersten 270 Höhenmeter zu meistern, die wir gleich wieder runter fahren müssen und der Anstieg beginnt wieder von vorn. Wir drosseln unser Tempo und legen mehr Pausen ein. Dies wird mit Abstand die anstrengendste Teiletappe in diesem Jahr. Mehrere Powerbars und gute Verpflegung geben uns wieder Kraft. Die Wasserversorgung ist nicht einfach: Die zwei Liter sind schnell verbraucht und kein Geschäft, Tankstelle oder Restaurant in Sicht. Endlich ist ein Restaurant ausgeschildert und wir freuen uns die nächsten 3 km. Leider hat es geschlossen, aber eine nette, ältere Frau füllt uns unsere Wasserflaschen auf und schenkt uns jeweils eine Hand voll Kirschen. Selten haben Kirschen so herrlich geschmeckt! Endlich kommt der Abzweiger zu unserem Hotel, das ich aufgrund der einsamen Gegend vorgebucht hatte. Steil geht es in die Bucht runter und uns wird schon ganz schlecht, wenn wir an den Start am nächsten Morgen denken.

Das Hotel Lux ist ein sehr schön restauriertes Gebäude in einer winzigen Bucht, die ansonsten nur von sehr alten, zum Teil verfallenen Häusern umgeben ist. Eine betonierte Fläche mit Stufen ins Wasser erleichtert den Einstieg zum Baden, da die Steilküste mit schroffen Felsen direkt in das Meer übergeht.
    

3. Tag

Am nächsten Morgen stehen wir früh auf, um zu Fuß an der Steilküste bis zu einer einsamen Bucht in einem Naturschutzgebiet zu laufen. Den Tipp bekamen wir von der Tochter des Hotelbesitzers, die uns am Vorabend von der Gegend vorgeschwärmt hatte. Das Wasser in der Bucht ist glasklar und eiskalt, da die Sonne aufgrund der Steilküste kaum eine Chance hat, das Wasser der Bucht zu erwärmen.
Der Anstieg auf 250 Höhenmeter in 4 km zurück zur Straße ist nicht so anstrengend, wie wir befürchtet hatten. Nach 20 km entscheiden wir uns, dass wir mit der Fähre auf die Insel Pag übersetzen. Ein Fahrradfreak aus Frankreich berichtet uns von 3 kräftigen Anstiegen auf der Insel, die uns aber nicht mehr beunruhigen können.

Auf die Fähre wartend treffen wir auf zwei typische Motorradfahrer aus Oberfranken: Bei guter Hitze die 3 Zentner in vollem Leder eingehüllt, erzählen sie uns mit vielen „Ey Digger“ von ihrer Tour. Lässig grüßend fuhren Digger & Digger mit ihren Motorrädern beim ersten Anstieg auf der Insel Pag an uns vorbei.

Die Insel Pag ist fast ohne Vegetation und sieht eher einer Mondlandschaft ähnlich. Der Nordteil ist wirklich sehr hügelig, aber der Wind dreht, so dass wir den letzten Anstieg mit Rückenwind locker hochfahren und nach einer steilen Abfahrt in der Badebucht des Ortes Pag landen. Wir gönnen uns mehrere Eisbecher, eiskalte Cola und nehmen ein Bad im warmen Meer.

Wir fahren locker weiter, da uns die verbleibende Strecke bis Split bei unserem normalen Tagespensum von 100 km die Möglichkeit gibt, die Tagesetappen zu verkürzen. Da wir jedoch keine vernünftige Unterkunft finden, fahren wir doch bis Zadar. Zadar mit 75.000 Einwohnern hat als Hafenstadt und Seebad erstaunlich wenig Hotels. Wir fahren ca. 5 km aus der Stadt raus zur Marina, wo wir ein nettes Hotel finden, in dem wir aber die einzigen Gäste sind. Im Yachthafen finden wir neben einer Jugendherberge nur einen Grill, der geöffnet hat, aber von außen nicht mit unserem Wunsch auf ein leckeres Essen vereinbar ist. Doch der hässliche Grill entpuppt sich als durchaus gutes Restaurant mit einer Dachterrasse und einem sehr leckeren Hauswein.

4. Tag

Heute haben wir nur 80 km vor uns und starten nach einem mäßigen Frühstück in Richtung Süden vorbei an einem riesigen Yachthafen. Die ersten 20 km sind noch hügelig, danach ist es eine schöne, flache Etappe, die nur durch den steten Gegenwind getrübt wird. 20 km vor unserem Tagesetappenziel Šibenik lernen wir Felix aus Augsburg kennen, der vor seinem nächsten Start an der Uni den Kopf durch eine Fahrradtour frei bekommen will. Wir verabreden uns für ein Eis essen im nächsten Ort und er lässt uns Oldies einen kleinen Vorsprung, bevor er hinter uns herfährt. Heftig pustend und schwitzend erreicht er uns kurz vor dem Ort und wir tauschen unsere restlichen Kunas in Eiskugeln.

Gemeinsam fahren wir anschließend über eine 360 Meter lange Brücke mit einem beeindruckenden Blick über die große Bucht und auf den Ort Šibenik, unser Tagesetappenziel, zu. Bei dem Strandbad direkt in Šibenik genießen wir die Sonne und ein Bad in der Bucht, die durch den Fluss Krka fast nur aus Süßwasser besteht. Der touristische Ort besticht durch eine tolle Altstadt mit vielen kleinen Läden und Restaurants. Wir bekommen über die Touristeninfo eine nette Privatunterkunft und den Tipp für ein gutes Restaurant, das wir mit Felix testen. Wir genießen den Abend bei leckerem Essen und Wein bei warmem Wetter in einer Seitengasse der Altstadt. Ein Absacker an der Hafenpromenade beschließt den Abend.

5. Tag

Am nächsten Morgen werden wir mit einem phantastischen Frühstück auf der Loggia überrascht und starten gutgelaunt in die letzte Tagesetappe, die nur noch 65 km beträgt. Immer der Küstenstraße folgend geht es immer leicht bergauf und bergab. Wir treffen einen Australier, der nach seiner Kündigung für ein paar Monate mit dem Rad durch Europa kurvt. Bestens ausgestattet mit GPS, Navi, Powerback und Solar Aufladestation, lächelt er über mein ausgedrucktes Kartenmaterial. Er kann ja nicht wissen, dass ich aus dem Druckereigewerbe komme.

Die perfekt geplante Tour präsentiert uns am Ende das Highlight überhaupt: Das kleine Örtchen Trogir. Eine Altstadt auf einer winzigen Insel, die als Übergang zur Badeinsel Ciovo dient, besteht aus Restaurants, kleinen Läden, Eisdielen und Kirchen. Wir nutzen den Nachmittag zu einem Spaziergang zum Badestrand und kehren mit der untergehenden Sonne zurück zu unserem Hotel. Ein tolles Essen in einem der Restaurantgärten auf Trogir beschließt unsere letzte Tagesetappe.
   

Abreise:
Mit etwas ungutem Gefühl fahren wir dieses Mal rechtzeitig zum Flughafen und sind gespannt, ob wir die Fahrräder ohne Diskussionen mitbekommen. Auf dem Flughafen sehen wir, wie jemand Koffer mit einer Maschine in Folie einwickelt. Wir fragen ihn, ob er uns Folie verkauft. Er weist mich an, das Vorderrad auszubauen und stellt das erste Fahrrad mit dem Hinterrad in seine Maschine. Ich drücke den Startknopf und tatsächlich schafft er es, das rotierende Fahrrad auf dem Hinterrad zu halten. In Frischehaltefolie eingewickelt, verlief das Einchecken problemlos. Leider wurde mein Anschlussflug von Wien nach Hamburg gecancelt, so dass ich noch eine Übernachtung in Wien hatte. Trotzdem war ich noch eher als Sven zu Hause.

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24. Februar 2016
von Frank Scharlau
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2015 Innsbruck bis Triest

Vorweg: Das war mit Sicherheit eine der schönsten Etappen, die wir auf unseren gemeinsamen Fahrradtouren seit 1990 gefahren sind.

Die Anfahrt klappte mal wieder reibungslos: Ich hatte keine Probleme, beide Fahrräder als Sperrgepäck aufzugeben. Für die Gepäckleute war es am Sperrgepäckscanner auch schon reine Routine, Fahrräder oder ähnlich sperrige Sportgeräte zu prüfen, so dass ich ganz entspannt in München ankam. Fast zeitgleich kam Sven aus Florida via Düsseldorf und Kjell, Svens Sohn, aus Stuttgart mit dem Leihwagen an. So hatten wir einen Chauffeur, der uns bis Innsbruck brachte. Die weiteren Etappen ab Triest werden bei der An- und Abreise bestimmt schwieriger.

In Innsbruck hatten wir ein Hotel vorgebucht und erlebten abends im Restaurant gegenüber dem goldenen Dacherl einen Weltuntergang mit Sturmböen und jeder Menge Regen. Beste Voraussetzungen für unsere Fahrradtour.

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Am nächsten Morgen fuhren wir drei mit dem Wagen exakt zu dem Ort (Mötz), an dem wir im letzten Jahr nach der Überquerung des ersten Alpenpasses auf das Inntal gestoßen waren. Bei bestem Wetter (kein Regen und kein Gegenwind) fuhren wir bestens gelaunt und voller Adrenalin einen wunderschönen Fuß- und Radweg im Inntal gen Westen.

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14. Januar 2015
von Frank Scharlau
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2014 Basel bis Innsbruck

Die Vorfreude ist wieder riesig groß: Sven hatte seinen Part wieder meisterlich gelöst: Er kommt fast zeitgleich aus Florida via Düsseldorf mit meinem Direktflug aus Hamburg in Basel an. Alle Taschen und Fahrräder kommen ebenfalls an, so dass wir die erste Hürde unserer diesjährigen Etappe schon locker genommen haben.

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Meiner Aufgabe, die Ausarbeitung der Route, hatte ich auch viel Zeit geopfert, da wir unseren ersten Alpenpass bewältigen wollen und wir auf der ersten Tagestappe einen Insider mitfahren lassen, vor dem ich mich nicht blamieren will.

In Basel werden wir von den Familien von Rolf und Peter sehr herzlich empfangen. Ein gemeinsames Abendessen mit beiden Familien und Svens Söhnen Finn und Kjell lässt Erinnerungen an den Abschluss der letztjährigen Etappe aufkommen. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an die Familien von Rolf und Peter für die unkomplizierte Übernachtungsmöglichkeit.

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19. März 2014
von Frank Scharlau
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2013 Reims bis Basel

Start am 09.06.2013
Sven hatte mal wieder die Flüge optimal koordiniert, so dass wir fast zeitgleich in Paris ankommen sollten, wenn mein Flieger nicht über 2 Stunden Verspätung gehabt hätte. Das
Einchecken beider Fahrräder lief problemlos, das notwendige Abschrauben der Pedalen klappte hervorragend: Sie wurden gleich im Handgepäck verstaut. Dass ich daraufhin meine
Tasche bei der Gepäckkontrolle öffnen musste, um dem Sicherheitsmenschen die Ungefährlichkeit der Pedalen vorzuführen, hatte mich auch noch nicht irritiert. Erst als er in die
Tasche zeigte und sagte: „Die sind konfisziert!“, wurde mir mulmig. 500 km ohne Pedalen schienen mir nicht sehr verlockend. Zum Glück meinte der Humorist meine Verpflegung,
weil er seine Lieblingskekse entdeckt hatte.
Sven erwartete mich halb lesend, halb schlafend an der Gepäckausgabe, wo wir gleich die Fahrräder zusammenschraubten.

Sven hat seinen Helm wiederKurz vor dem Bahnsteig, an dem der Zug nach Paris halten sollte, fiel Sven zum Glück auf, dass er seinen Helm beim Gepäckband liegen gelassen hatte. Im Helm waren gut versteckt seine Papier, Kreditkarten und Bargeld. Aber in Paris kommt ja bekanntlich nichts weg….

Die Metro brachte uns dann zum Gare du Nord: Auch mit Fahrrädern kein Problem, selbst für die obligatorischen Drehkreuze gibt es Fahrradlösungen. Direkt am Bahnhof hatten wir dann das schlechteste und teuerste Hotel unserer Etappe.

Frank im Zug Mit Fahrrad durchs Drehkreuze

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14. Februar 2013
von Frank Scharlau
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2012 London bis Reims

Der Start am 02.06.2012
Mit 2 Fahrrädern unter dem Arm durchquerte ich morgens um 5 Uhr mehrfach den Terminal 1 auf dem Hamburger Flughafen, bevor ich den richtigen Schalter gefunden hatte. Trotz des pingeligen Einweisers von British Airways, der irgendetwas von Fahrradkoffern laut Richtlinie der BA, die im Internet für alle Passagiere einsehbar sei, faselte, hatte ich in knapp 60 Minuten ohne sonderlichen Aufpreis die beiden Fahrräder und mein Gepäck aufgeben können. Ich fühlte mich allerdings, als ob ich die erste Tagesetappe der Fahrradtour mit Bergwertung schon hinter mir hätte.

Bericht London Reims 1 Bericht London Reims 2

In London Heathrow war Sven schon pünktlich eine halbe Stunde vor mir direkt aus Florida eingetroffen. Entgegen dem Ruf von Heathrow war sogar das Gepäck inklusive Fahrräder da, so dass wir uns gleich in die Fahrradklamotten schmeißen konnten. Sven wunderte sich etwas über die zu stark eingestellte Klimaanlage und merkte erst beim Verlassen des Flughafengebäudes, dass die Temperatur im Gebäude doch fast 10 Grad über der Außentemperatur lag. Somit war klar, dass Sven die kurzen Fahrradhosen völlig unnötig mitgenommen hatte.

Bericht London Reims 3 Bericht London Reims 4

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14. November 2010
von Frank Scharlau
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2010 Start unserer X-Europe-Tour

1. Etappe: Überblick

Karte Glasgow - Manchester

Saturday 07/31/10, from Glasgow to Invararay

Die erste Jahresetappe stand schnell fest: Wir wollten von Glasgow nach Manchester fahren. Das sind ca. 400 km, so dass wir bei einem durchschnittlichen Tagespensum von 100 km über 5 Tage einige Varianten zur Verfügung hatten. Zunächst war die Planung über Edinburgh an die Ostküste zu fahren und über Newcastle und Leeds nach Manchester. Erst der Aufschrei von Peter – ein eingefleischter Schottlandfan – machte uns darauf aufmerksam, dass wir mit den Großstädten Glasgow und Edinburgh bestimmt nicht das wahre Schottland kennen lernen würden. So wurde die Route umgeplant und der Start sollte uns zunächst nach Nordwesten führen um dann an der Westküste gen Süden nach Manchester zu kommen. Da unser Flug morgens ganz früh gehen sollte, konnte ich sogar noch einen sechsten Tag, also 600 km verplanen. Dass auch ein fast schon eingebürgerter US-Amerikaner am und pm verwechseln kann, merkten wir eine Woche vor dem Abflug, so dass unser Flug nicht morgens früh, sondern abends ging. Hektisches Umbuchen auf einen Tag früher rettete meine ausgearbeitete Tour über 6 Tage.

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19. November 2008
von Frank Scharlau
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2008 Caldas da Rainha bis Albufeira

12. Etappe

Anreise und 1. Tag | 6.7.08

Flug ohne Probleme, Fahrräder und Gepäck werden schon am Vorabend eingecheckt. Seit der Transport für Sportgeräte fast mehr kostet als der Flug, gibt es keine Diskussionen mehr.

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Start des Flugs ist 6 Uhr, Ankunft in Lissabon 9.30 Uhr Ortszeit (1 Stunde zurück). Mit dem Fahrrad zur U-Bahn ist kein Problem. Diese Strecke sind wir im letzten Jahr – nur anders herum – gefahren. Da es Sonntag ist, müssen wir 50 min auf die Bahn warten, die uns zu dem Bahnhof Calem bringt. In Calem haben wir 3,5 Std. Wartezeit, so dass unser Plan, heute schon eine halbe Etappe zu schaffen, sehr unrealistisch wird. Aber selbst in Calem finden wir einen Mc Donald’s. Wir fahren rechtzeitig zum Bahnhof zurück, damit wir ja nicht den Zug nach Caldas um two-fortyfive verpassen, wie mir der sehr engagiert Englisch sprechende Bahnangestellte erklärt hatte. Bei der Rückkehr frage ich lieber noch eine Kollegin, die mich berichtigt: two-fortyfour. Wir verbringen die letzten 40 Minuten, in der nur ein weiterer Zug anhält, auf dem Bahnhof. Dann pünktlich um 2.45 kommt der Zug. Wir springen auf, laden unsere Fahrräder ein und schon geht es ab nach….richtig, in die falsche Richtung. Nächste Station raus und mit dem Fahrrad zurück nach Caldas, was uns auch nach 3 verkehrten Anläufen gelingt.

Erklärung: Unser portugiesischer Freund hatte two-fiftyfour gemeint. Ein kleiner Zahlendreher mit großer Wirkung: Unser Zug ist weg und wir haben noch mal über 2 Stunden Wartezeit, die ich dazu nutze, mir im nahe gelegenen Park die Ohren dermaßen zu verbrennen, dass ich die nächsten 5 Tage nur noch mit Stirnband fahren kann.

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19. November 2007
von Frank Scharlau
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2007 Villagarcía de Arosa bis Caldas da Rainha

11. Etappe

Anreise und 1. Tag

Die Anfahrt läuft völlig problemlos. Neu sind nur die Gebühren in Höhe von €  40,- pro Fahrrad und Flug. Dafür scheint keiner mehr überrascht, dass man ein Fahrrad mit dem Flugzeug transportiert. Der Flug über Frankfurt nach Madrid ist schon Routine, das Gepäck vollzählig vorhanden und nach einigem Suchen können wir auch den Leihwagen finden. Da es Sixt auch in Vigo gibt, können wir den Wagen am gleichen Tag dort wieder abgeben und die uns schon bekannte Strecke zum Bahnhof als Einstieg in unsere Fahrradtour genießen (es geht fast nur bergab). Bahnfahrkarten werden gekauft und es ist Zeit genug, um noch einen Café con leche und Schweinsohren in einem netten Cafe, windgeschützt durch drei Müllcontainer, zu genießen.

2007 Portugal 4

In Villagarcia angekommen, finden wir ein kleines Hotel, das hinter dem Tresen mit einem Gnom mit rudimentären Englischkenntnissen bestückt ist. Unsere obligatorische Frage nach Unterbringung der Räder beantwortet er nur mit einer wegwerfenden Handbewegung. Letztendlich bekommen unsere Räder aber eine Firstclass-Besenkammer zugewiesen.

Langsam stellt sich raus, was ich alles vergessen habe: Pappen und Klebeband für den Transport der Fahrräder, meine Kamera, Ventil-Nupsi und als Krönung beinahe die ganzen Landkarten im Leihwagen. Habe ich noch etwas vergessen aufzuzählen????

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